Agoraphobie:


Was ist eine Agoraphobie ?

Agoraphobie (auch Platzangst) genannt, gehört zu den lähmendsten Angsterkrankungen.

Ein starkes Merkmal dieser Angst ist, nicht flüchten zu können.
Der Agoraphobiker hat Angst vor der Angst, doch vor ihr kann man nicht weglaufen, wie man auch vor sich selbst nicht weglaufen kann.
Es ist die Angst, in eine Situation zu geraten, in der es keine Hilfe gibt und keinen Ausweg. Es ist die große Angst, die Kontrolle über sich und die Situation zu verlieren.

Ausgelöst wird sie durch Symptome, die nicht wirklich gefährlich sind.
Schon körperliches Unbehagen kann schnell in einen Zustand umschlagen, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.
Situationen, in denen einmal ein solcher Kontrollverlust erlebt wurde, werden fortan gemieden. Besonders schwerwiegend sind Personen betroffen, die einmal eine Ohnmacht erlebt haben oder hilflos der Umgebung ausgesetzt waren.

Der Agoraphobiker ist ständig damit beschäftigt, Situationen zu vermeiden, die Angst auslösen können. Er ist ständig damit beschäftigt, seinen Körper auf erste Warnzeichen zu beobachten, um schnellstmöglich Gegenmaßnahmen (Flucht) ergreifen zu können. Er beschäftigt sich ständig mit der Angst bzw. deren Vermeidung. Auch wenn er weiß, daß seine Sorgen unbegründet sind, kann er nicht die Kontrolle über diese Ängste aufgeben.

Der Kern dieser Phobie ist, die Kontrolle über seine Gefühle, äußere Umstände und letztlich sich selbst zu verlieren.
Der Mensch kennt wohl keine größere Angst, als alles loszulassen, vor allem sich selbst.

Die meisten Agoraphobiker leiden auch unter Panikattacken und bei den meisten beginnt das Leiden mit einem plötzlichen Angstanfall.
Typisch ist auch, daß sich viele Betroffene langwierigen Untersuchungen unterziehen, aus Angst an einer schlimmen Krankheit zu leiden.

Diese Angst wird stark gefördert durch Symptome wie Schwindelgefühle, Atemnot, Herzrasen, Unwirklichkeitsgefühlen und vielen anderen körperlichen Symptomen.

Diagnosekriterien für Agoraphobie können sein:

    Anhaltende Furcht oder Vermeidung von:

    > betreten öffentlicher Plätze
    > alleiniges Reisen
    > Menschenansammlungen
    > Ungewohnter Umgebung

    Körperliche Symptome
    > Atembeschwerden
    > Mundtrockenheit
    > Schwindelgefühle
    > Beklemmungsgefühle
    > Schweißausbrüche
    > Magen- und Darmfunktionsstörungen
    > Herzrasen, Herzstechen, Herzstolpern

    Psychische Symptome
    > Angst zu sterben
    > Angst vor Kontrollverlust
    > Unwirklichkeitsgefühle

Da viele Ärzte die Symptome dieser Angsterkrankung lange Zeit nicht richtig erkennen, dauert es im Schnitt viele Jahre bis ein Agoraphobiker die richtige Behandlung bekommt.

Als Hilfe zur Stabilisierung haben sich auch Selbsthilfegruppen gezeigt.
Die Betroffenen haben dort die Möglichkeit, über ihre Ängste zu sprechen, aber auch ihre Erfolgserlebnisse zu zeigen, die von Nichtbetroffenen längst nicht diese Bedeutung beigemessen bekommen.

Wichtig ist Unterstützung, soziale Kontakte und die Erfahrung, daß der Betroffene nicht „verrückt“ ist.


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